Österreichisches Rote Kreuz

Das Rote Kreuz wurde im Februar 1863 von Henry Dunant als Reaktion auf die Schlacht von Solferino gegründet. 1859 kam Dunant am Schlachtfeld nahe Solferino vorbei. Tausende verwundete waren damals ohne medizinische Versorgung, so organisierte er damals spontan mit freiwilligen der Zivilbevölkerung eine notdürftige Versorgung der verwundeten und kranken Soldaten. Die Erinnerungen sind in seinem Buch „Eine Erinnerung an Solferino“ niedergeschrieben.

Das Österreichische Rote Kreuz ist die Nationale Rot-Kreuz Gesellschaft und als solche vor allem für die humanitäre Hilfeleistung im Fall von Kriegen und bewaffneten Konflikten, Katastrophenfällen sowie für die Verbreitung des Humanitäre Völkerrechts verantwortlich.
Rechtlich anerkannt und geschützt wird das Rote Kreuz durch den Staat seit 2008 durch das Rotkreuzgesetz.

Der Rettungs- und Krankentransport ist zwar der bekannteste, jedoch eigentlich nur ein kleiner Aufgabenbereich des Roten Kreuzes.  In allen 9 Bundesländern ist das Rote Kreuz im Rettungsdienst vertreten. Teils alleine oder in Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen wird der Rettungsdienst durchgeführt. In manchen Bundesländern wird auch die Rettungsleitstelle vom Roten Kreuz betrieben.
Das Rote Kreuz gilt als der größte Betreiber von Rettungs- und Krankentransporten in Österreich und besitzt mehr als 2100 Einsatzfahrzeuge.

Berufsrettung der Stadt Wien

Die Berufsrettung Wien wurde 1881 unter dem Namen „Wiener Freiwillige Rettungsgesellschaft“ als Folge des Ringtheaterbrandes am 8.Dezember 1881 gegründet, bei dem über 400 Menschen starben. 1883 wurde die erste Rettungsstation im ersten Wiener Gemeindebezirk gegründet. 1905 ging das erste Rettungsauto in Wien in Betrieb.

Die Berufsrettung Wien ist heute als Magistratsabteilung 70 direkt der Stadtgemeinde Wien als Magistratsabteilung unterstellt. Die MA70 ist die im landesgesetzlichen Auftrag tätige Rettungsorganisation der Stadt Wien. So stellt sie die Mehrheit der Rettungswägen und Notarztwägen in Wien. Außerdem wird die Rettungsleitstelle von der Berufsrettung Wien betrieben. Diese Disponiert auch die freiwilligen Rettungsorganisationen (RK/JUH/ASB/SMD/GRK/MHD) welche in Wien einige Rettungswägen im Auftrag der MA70 betreiben.

Die Berufsrettung Wien betreibt mehrere Sondereinheiten.
Darunter der Katastrophenzug kurz K-Zug genannt welcher zu Einsätzen ausrückt, wo von viele Verletzten ausgegangen werden muss (MANV).
Die Seiltechnikgruppe, kurz STEG, ist für die Rettung aus Höhen und Tiefen verantwortlich.
Außerdem wird der Wiener Notarzthubschrauber Christophorus 9 durch die Berufsrettung Wien in Kooperation mit dem Christophorus Flugrettungsverein betrieben. Die BRW stellt das medizinische Personal sowie die medizinischen Geräte, der ÖAMTC den Hubschrauber, Gebäude sowie den Piloten. Der Christophorus 9 ist täglich von 0600 bis ECET (Abendliche Dämmerung) im Dienst. Er fliegt Notfalleinsätze in Wien sowie im Östlichen Niederösterreich und im nördlichen Burgenland.

Bergrettungsdienst Österreich

Der Österreichisches Bergrettungsdienst ist wie der Name schon sagt für die Rettung in Bergnot geratener Menschen zuständig. Gegründet wurde der Bergrettungsdienst 1896, damals als Alpiner Rettungsausschuß Wien, nachdem im März selbigen Jahres drei Wiener Bergsteiger bei einem Lawinenunglück auf der steirischen Seite der Rax tödlich verunglückten und erst nach Tagelanger suche gefunden wurden.
Heute ist die Bergrettung in 7 Landesverbänden auf rund 300 Ortsstellen vertreten. Der Bergrettungsdienst in Österreich ist rein ehrenamtlich aufgebaut und wickelt jährlich etwa 7.000 Einsätze ab.
Da die Flugrettung einen wichtigen Anteil an der Bergrettung hat, sind bis auf wenige Stützpunkte im Osten Österreichs alle Flugretter auch ehrenamtliche Bergretter. Seil oder Windenbergungen aus alpinen Gelände verkürzen Abtransportzeiten von Patienten erheblich, wodurch jedoch Erfahrung im Berg zwingend erforderlich ist.
Die Bergrettung ist somit zwingender Partner aller Flugrettungsorganisationen in Österreich.
Einen Sonderstatus hat der Landesverband Vorarlberg. Dieser wurde von der Landesregierung Vorarlberg mit der Durchführung des Flugrettungsdienstes vertraut, so stellt dieser Personal und Equipment für zwei der drei Vorarlberger Hubschrauber (Christophorus 8 und Gallus 1)

Österreichische Wasserrettung

Die Österreichische Wasserrettung wurde 1957 in Linz an der Donau gewidmet. Sie ist ein gemeinnütziger Verein der mit ehrenamtlichen Helfern in ganz Österreich arbeitet. Die Aufgabe der ÖWR ist die Bekämpfung und Vorbeugung gegen den Ertrinkungstod, so geht es neben Schwimmausbildungen (Anfänger und Schwimmausbildung // Rettungsschwimmen // Tauchen ) vor allem auch um die Durchführung des Wasserrettungsdienstes.
Die Wasserrettung ist vor allem im Seenland Kärnten in der Flugrettung involviert. Hier wird eng mit den Flugrettungsorganisation zusammen gearbeitet. Der Hubschrauber RK-1 fliegt mit dem Aufkleber der Wasserrettung.

Rettungsorganisationen in Österreich

Neben den bereits genannten Rettungsorganisationen Rotes Kreuz und Berufsrettung Wien sind in Österreich auch mehrere andere Rettungsdienste unterwegs. Grundsätzlich ist jede Gemeinde selber für die Bestellung eines Rettungsdienstes zuständig, so sind in Österreich verschiedenste Rettungsdienste für die Gemeinden tätig.

Der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, der zweitgrößte Anbieter von Rettungsdiensten in Österreich. Er ist vor allem in Wien – Niederösterreich – Burgenland – Teilen Tirols und Vorarlbergs im Rettungsdienst vertreten.
Die Johanniter Unfallhilfe ist in Wien – Niederösterreich – Kärnten und Tirol unterwegs.
Der Malteser Hilfsdienst betreibt Standorte in Wien, Graz und Innsbruck
Der SMD Rettungsdienst ist in Wien und Niederösterreich tätig.
In Admont in der Steiermark wird der Rettungsdient von der Gemeinde selber betrieben und gehört dort der örtlichen Feuerwehr an. Er wird als Feuerwehr und Rettungsabteilung Admont geführt.