Bundesheer

Einen nicht alltäglichen Besuch gab es heute bei der Firma Heli-Austria in Bad Vöslau.

Zu Gast war die Firma Bell-Helicopters mit zwei topmodernen Helikoptern des Typs Bell429. Zweck des Besuches war die Präsentation der Hubschrauber, welche als potentielles Nachfolgemodell, für die in die Jahre gekommene Alouette III beim Bundesheer in Frage kommen.

Nachdem Verteidigungsministerin Mag. Klaudia Tanner eine mögliche Kooperation mit Airbus Helicopters aufgrund der vergangenen Eurofighter-Affäre bereits weitgehend ausgeschlossen hat sieht sich Bell Helicopters nun als einer der Favoriten im Rennen um den Nachfolger der alten Alouette-Flotte.

Hubschrauber für alle Anforderungen

Seit über 85 Jahren produziert Bell Helicopters Hubschrauber für alle Anforderungen. Rund 60% des Geschäftes fallen auf den militärischen Sektor, aber auch Special-Ops, SAR, HEMS und VIP Helikopter werden von Bell Helicopters produziert.
Die Bell 429 besticht durch ihre Leistung und Zuverlässigkeit, vor allem in großen Höhen, so wird sie bereits jetzt in der Schweiz und der Slowakei in der Flugrettung genutzt. Als europäischer Vorreiter betreibt die Air Zermatt seit 2018 Jahren zwei dieser Hubschrauber und ist vollends zufrieden, wie Pilot Robby Andenmatten erzählt. Rund 2500 Rettungsflüge werden jährlich durch die Air Zermatt in den schweizer Alpen rund um das Matterhorn geflogen.

Auch US-Botschafter Trevor Traina freute sich, über einen Flug in der Bell429 der Air Zermatt AG

Roy Knaus, Eigentümer der Heli-Austria, würde sich über eine künftige Zusammenarbeit mit Bell Helicopters freuen.

Österreichische Partner

Für den Fall, dass das österreichische Bundesheer den Auftrag erteilt, plant Bell Helicopters bereits eine Zusammenarbeit mit mehreren österreichischen Firmen. Allen voran die Firma Heli Austria aus St. Johann im Pongau. So ist es angedacht, dass die Firma Heli Austria den Endausbau der Bell429 sowie den Einbau von Sonderequipment übernimmt.
Zudem arbeitet die oberösterreichische Firma Air Ambulance Technologies (AAT), welche bereits zahlreiche österreichische Flugrettungsunternehmen ausstattet, an einem Medevac-System für die Bell429, welches dann weltweit vermarktet werden kann.

Ausstattung nach Wunsch

Die Bell 429 der Air Zermatt, verfügt über eine Rettungswinde mit 90m Seillänge. So ist man besonders im hochalpinen Gelände für Bergungen bestens ausgerüstet. Außerdem kann dieses Modell auch mit einem Doppellasthakensystem, welches unter dem Hubschrauber installiert wird, ausgerüstet werden. Eine weiteres System welches die Einsatzmöglichkeiten dieses Typs erweitert, ist ein fix angebrachter Wassertank, ebenfalls unter dem Hubschrauber befestigt, welcher für Waldbrandeinsätze montiert werden kann. Anders als mit einem sog. Bambi-Bucket (Löschwasserkorb) als Hängelast können mit einer fix installierten Lösung auch in der Nacht Löscheinsätze geflogen werden.

Die vollständige Militarisierung der Bell429 wäre theoretisch möglich. Dies ist derzeit nicht verfügbar da es bisher keine Kunden für eine voll militarisierte Maschine gibt. Bei Bedarf würde Bell Flight innerhalb kürzester Zeit gemeinsam mit der österreichischen Bundesregierung Lösungen für ein solches Upgrade finden.